Wer hilft wann? Tiermassage, Bewegungstraining, Osteopathie & Chiropraktik erklärt
Wer sein Pferd sportlich fördern, Höchstleistungen erwarten oder nach einer Verletzung wieder behutsam aufbauen möchte, stößt schnell auf eine Vielzahl an Therapeuten. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen den Ansätzen? In Österreich ist die rechtliche Lage klar definiert: Die Diagnose und Behandlung von Krankheiten sowie invasive Eingriffe sind dem Tierärztegesetz unterstellt. Dennoch ist die Zusammenarbeit zwischen Tierarzt und qualifizierten Trainern für das langfristige Wohl des Pferdes aus meiner Sicht essenziell.
Fundierte Ausbildung: Trainer „PHYSIOFIT Pferde in Balance“
Meine Arbeit basiert auf einer intensiven, zweijährigen Ausbildung „PHYSIOFIT Pferde in Balance“ am Institut für Tiergesundheit und Pferdeverstand (ITP). Nach dem Start des Lehrgangs im März 2024 folgte im März 2026 der erfolgreiche Abschluss mit der Diplomprüfung zum Physio-Fit-Trainer.
Diese Ausbildung umfasst weit mehr als klassisches Training. Sie beinhaltet die ganzheitliche Beurteilung des Pferdes in der Bewegung sowie die gezielte Evaluierung von Problemzonen bei Reit- und Fahrpferden. Die erlernten Techniken entsprechen dem Berufsbild des Tiermasseurs und Tierbewegungstrainers der WKO. Damit arbeite ich auf Basis eines freien Gewerbes gemäß der österreichischen Gewerbeordnung, stets unter strikter Beachtung der Grenzen des Tierärztevorbehalts.
Was ist der Unterschied in der Herangehensweise?
Um die richtige Unterstützung für das eigene Pferd zu wählen, hilft ein Blick auf die unterschiedlichen Schwerpunkte:
Chiropraktik: Der Fokus liegt hier primär auf der Wirbelsäule und dem Nervensystem. Ein Chiropraktiker sucht nach "Subluxationen" (eingeschränkte Beweglichkeit von Gelenken) und löst diese durch schnelle, gezielte Impulse. Intervalle: Oft wird hier in akuten Phasen 1–2 Mal kurz hintereinander gearbeitet, danach folgen Kontrollen meist in größeren Abständen (3–6 Monate), sofern keine akuten Probleme auftreten.
Osteopathie: Osteopathie ist eine manuelle Behandlungsmethode, bei der das Pferd als zusammenhängendes System betrachtet wird. Durch gezielte, meist sehr feine Handgriffe werden Bewegungseinschränkungen in Gewebe, Gelenken und Organen aufgespürt und gelöst – dazu gehört auch die craniosacrale Arbeit, die sich mit den feinen Bewegungen von Schädel, Wirbelsäule und Kreuzbein beschäftigt. Ziel ist es, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu unterstützen und das natürliche Gleichgewicht wiederherzustellen. Intervalle: Da der Körper Zeit braucht, um auf die Umstellung zu reagieren, liegen zwischen den Sitzungen oft 4–8 Wochen.
Pferdephysiotherapie: Hier liegt der Schwerpunkt auf dem gesamten Bewegungsapparat – Muskeln, Sehnen, Bänder und Faszien. Durch gezielte Übungen, Mobilisation und manuelle Techniken werden Schmerzen reduziert und Bewegungsabläufe verbessert. Ziel ist es, den Körper in seiner natürlichen Funktion zu unterstützen und langfristig gesunde Bewegung zu fördern. Intervalle: Physiotherapie ist oft ein Prozess. In der Rehabilitation können wöchentliche Termine sinnvoll sein, in der Prävention kann ein Rhythmus von 4–12 Wochen sinnvoll sein, um das Training optimal zu unterstützen.
Tiermassage & Bewegungstraining (Mein Fokus): Mittels manueller Techniken, gezielter Geraderichtung und lösender Körperarbeit wird die Beweglichkeit optimiert.
Muskelaufbau: Gezielte Reize helfen, Muskulatur zu erhalten oder neu zu formen.
Regeneration: Körper und Geist werden entspannt, entschlackt und aktiviert.
Intervalle: Hier ist Kontinuität der Schlüssel. Je nach Trainingszustand oder Zielsetzung begleite ich Pferde wöchentlich oder in mehrwöchigen Zyklen, um den Trainingsfortschritt zu sichern.
Die Detektivin für die Ursachenforschung
In meiner Arbeit gehe ich als „Detektivin“ vor. Eine Verspannung im Rücken ist oft nur das Ende einer langen Kette. Mein Ziel ist es, durch die Kombination aus manueller Körperarbeit und biomechanisch korrektem Training die Ursache zu finden – sei es ein unpassender Sattel, eine Fehlbelastung oder eine alte Kompensation.
Durch die fundierte Anatomie-Kenntnis aus meiner Ausbildung erkenne ich Dysbalancen frühzeitig. So können wir präventiv gegensteuern, bevor aus einer kleinen Einschränkung ein echtes Problem wird. Mein Ziel in ist ein zufriedenes, ausbalanciertes Pferd, das seinen Aufgaben körperlich und geistig gewachsen ist.
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